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Baumärkte und DIY: die Corona-Gewinner 2020

08.07.2021

Baumärkte und DIY: die Corona-Gewinner 2020

Baumärkte und DIY: die Corona-Gewinner 2020

Die Corona-Krise hat viele Betriebe und Branchen in Existenznot gebracht. Nicht so die Baumärkte. Sie haben sich 2020 hervorragend behauptet und dank des DIY-Booms Rekordumsätze eingefahren. Wird sich der Aufschwung auch in diesem Jahr fortsetzen?

Arbeiten im Home Office, vielfach sogar in Kurzarbeit, geschlossene Geschäfte, extrem eingeschränkte Unterhaltungs- und Reisemöglichkeiten – so hat der Corona-Alltag monatelang ausgesehen. Viele Verbraucher nutzten die Gelegenheit, die plötzlich reichlich vorhandene Zeit und das gesparte Geld für die Verschönerung von Heim und Garten zu nutzen. Von April 2020 an stürmten die Menschen die Baumärkte, um sich mit Material für ihre Modernisierungs- und Renovierungsprojekte einzudecken.

Nach einer kurzzeitigen Schließung im März durften Bau- und Heimwerkermärkte als systemrelevante Betriebe bis Mitte Dezember vergangenen Jahres offenbleiben – und profitierten vom DIY-Boom. Nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken Bauen und Garten (BHB) e. V. erwirtschafteten die Bau- und Gartenmärkte in Deutschland 2020 insgesamt einen Umsatz von rund 22,1 Milliarden Euro. Gegenüber 2019 verzeichneten sie ein Wachstum von 13,8 Prozent (auf bereinigter Fläche 14,1 Prozent). Mit einer Steigerung um 26,5 Prozent fiel der Anstieg im E-Commerce noch stärker aus. Innerhalb der Sortimente erwies sich der Bereich Anstrichmittel/ Malerzubehör mit plus 27,4 Prozent als besonders umsatzstark, gefolgt von Gartenausstattung (plus 26,9 Prozent) sowie Holz und Gartenmöbeln (jeweils plus 24,8 Prozent). Kleinere Umsatzdellen gab es während der Lockdown-Phasen im März und ab Mitte Dezember – doch diese konnten die glänzende Bilanz des Ausnahmejahrs 2020 nicht ernsthaft trüben.

Aussichten 2021: Corona-Wellen und neue Kundenerwartungen

Wie sieht es nun 2021 aus? Für das laufende Jahr rechnet der BHB mit einem Umsatzrückgang – vor allem wegen der erneuten Lockdowns im vergangenen Winter und im Frühjahr, von denen auch die Baumärkte betroffen waren. Allein im Januar und Februar 2021 verzeichneten die Händler ein Minus von rund 50 Prozent. Wie sich die dritte und möglichweise sogar noch eine vierte Pandemie-Welle auswirken, lässt sich noch nicht beziffern.

Doch es gibt auch Entwicklungen, die gute Aussichten für Baumärkte und das DIY-Geschäft verheißen. Die Krisensituation hat den Cocooning-Trend weiter verstärkt. Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen eine Schutzburg, die sie individuell nach ihren Vorlieben gestalten wollen. Außerdem bleibt das Home Office für viele Beschäftigte auch künftig ein wichtiger Arbeitsort – und der soll attraktiv und individuell eingerichtet sein.

Erfreulicherweise, so die Einschätzung des BHB, hat auch die junge Generation das Heimwerken für sich entdeckt. Home Improvement bietet ihnen die perfekte Möglichkeit, sich kreativ zu verwirklichen und eigene Projekte zu gestalten. Dabei setzt die neue Heimwerker-Generation neue Akzente, die die DIY-Branche maßgeblich prägen dürften: mit ihren Erwartungen an ökologisch und fair produzierte Produkte sowie nachhaltiges Handeln über die gesamte Lieferkette ebenso wie mit ihrer Vorliebe für hochwertige Smart-Home-Technik. Hier ergeben sich neue Chancen für engagierte Händler und Hersteller.